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1.10.2026 - 12:38

Berlin meets Pappenheim

Live Performance

Ausstellung, Konzert und Kurzfilm

In Zusammenarbeit mit der Firma PAPPENHEIMER von Stephan Lauterbach startet der Kunst- und Kulturverein Pappenheim im Herbst ein Experiment: Ausstellung, musikalische Aufführung und Filmschau in einem. Drei Künstlerinnen aus der Hauptstadt zeigen im K14 in der Pappenheimer Klosterstraße, was die Szene in Berlin gerade so bewegt und inspiriert.
Hannah Elsche erforscht in ihren Arbeiten als Kunstpädagogin biografische Erfahrungen innerhalb subjektiv wahrgenommener gesellschaftlicher Lebensrealitäten. Dazu nutzt sie verschiedenste Medien, Druck, Collage, Zeichnung, Malerei und integriert Fundstücke und persönliche Gegenstände in ihre Arbeiten.
Paula Horlamus ist Musikerin und Künstlerin mit dem Schwerpunkt ihrer Arbeiten in Architektur, Design sowie Fotografie. Sie zeigt Alltagsmomente aus dem Kosovo, das sie das erste Mal 2023 besuchte.
Judie Reinert, Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei, Musikerin und Filmemacherin, verarbeitet den Wunsch vieler Menschen, sich aus der komplizierten und ständig forderndem Welt zurückzuziehen und Zerstreuung wo anders zu suchen - vor allem in der Natur. Sie zeigt dazu den Kurzfilm „Rock’n’Roll will never die?“, der im Mai 2026 Premiere in Berlin feierte.
Ein musikalischer Auftritt von "The Love Rockets" in Form eines Akustik-Sets wird das Programm abrunden.
Es ist ein Kunstprojekt, das an diesem Abend das ganze Haus an der Klosterstraße und noch einige Wochen füllen wird, wir sind alle gespannt, wie sich dieses Programm abspielen wird - auf alle Fälle ein spannendes und für Pappenheim einmaliges Projekt.
Es stellt sich nun die Frage, warum gibt es von den drei Künstlerinnen noch keine Kunstwerke zum Veröffentlichen? Das ist ganz einfach zu beantworten - es gibt sie noch nicht, sie entstehen derzeit in den Ateliers in Berlin. Wir haben nur Porträtaufnahmen der drei zur Verfügung, umso spannender wird dann die Vernissage mit deren Werken sein.
Freitag, 9. Oktober 2026, 19 Uhr, im Haus der Bürger K14 Klosterstraße 14 in Pappenheim. Die Ausstellung ist danach zugänglich und geöffnet während der sonstigen Veranstaltungen im K14 bis zum 8. November 2026.
Eintritt frei, über Spenden für seine Arbeit freut sich der Kunst- und Kulturverein.

Im Oktober 2026 machen sich 3 Berliner Künstlerinnen auf den Weg nach Pappenheim: Judie Reinert (Malerei und Film), Hannah Elsche (Mixed Media) und Paula Horlamus (Fotografie). Im Gepäck haben sie vielfältige künstlerische Arbeiten, die mit Fotografie, Malerei, Mixed Media Arbeiten, Videocollagen und Kurzfilm auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen, beim genaueren Hinsehen aber doch ein zusammenhängendes Gesamtbild ergeben. Denn in allen Arbeiten geht es vordergründig oder subtil um Krisen. Um eine von äußeren Krisen geprägte Gegenwart, den persönlichen Umgang damit und die inneren Krisen, die daraus resultieren können oder auch aus ganz anderen Gründen erwachsen.
Judie Reinert und Paula Horlamus zeigen dabei mit ihrer Ausstellung „Going straight to the KO“ in Malerei, Fotografie und Videocollage ihre Eindrücke aus verschiedenen Reisen nach Kosovo in den Jahren 2023 - 2025, dem jüngsten Land Europas, das von seiner Entstehung bis zur Gegenwart immer wieder von multiplen Krisen geschüttelt wird. Im Oktober 2023 bestiegen sie mit ihrer Punkband Die Ausreden auf Initiative ihrer Schlagzeugers Phil Smaller, der Teil der lokalen Musikszene Prishtinas ist, ein Flugzeug nach Kosovo, um dort mit lokalen Bands zusammen eine Tour zu spielen. Die Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen mit den Menschen vor Ort, ihr Umgang mit dem oft schwierigen Alltag und ihre Offenheit für Neues und Passion für Musik beeindruckten sie so tief, dass sie ein Jahr später wieder kamen, um ihr Debütalbum im Defy Them Studio in Prishtina aufzunehmen und im Oktober 2025 eine weitere Tour in verschiedenen Städten des Landes zu spielen.
„Still Fine“ ist der Titel der Arbeiten von Hannah Elsche. Sie versammelt Bilder, die aus dem Alltag einer von Krisen geprägten Gegenwart entstehen - die Pandemie, Kriege, politische und gesellschaftliche Umbrüche, Inflation und die damit verbundenen Unsicherheiten – die Spuren auch im Privaten hinterlassen. Als Kunsttherapeutin und Mutter interessiert sie sich dabei für die Übergänge zwischen dem Großen und dem Kleinen und verbindet persönliches Erleben mit den Veränderungen der Welt um sich herum. Dabei sind sowohl Arbeiten ihres während der Coronapandemie begonnenen Krisenkunstprotokolls zu sehen – einem täglichen Selbstportrait, als Reflexion des eigenen Zustandes, das sie bis heute begleitet und sich auch anderen Momenten des Alltags und der Begegnung mit Menschen widmet – als auch Mixed Media Arbeiten. Hier verbindet sie Malerei, Zeichnung, Druck und Collage und es entstehen Bilder, die von einer krisenhaften Gegenwart erzählen, ohne bei ihr stehen zu bleiben. Stattdessen verweilen sie bei dem, was trotz allem da ist, bei Nähe, Intimität, Humor, Schönheit und den kleinen Momenten, die den Alltag zusammenhalten.
The Great Escape sind Werke von Judie Reinert, die sich dem Eskapismus widmen, mit dem viele Menschen den allgegenwärtigen persönlichen und allgemeinen Krisen begegnen. Inspiriert ist sie dabei vor allem von dem so oft gehörten, gedachten und gesprochenen Satz „Ich würde am liebsten mal weg von allem“. Dieses zunächst undefinierte „weg“ ist für sie dabei die Natur. Sie bietet in all ihren unendlichen Varianten Platz und Raum zeitweise zu fliehen, sich zu verlieren im Farbenspiel von Blättern und Sonnenstrahlen, Reflexen auf dem Wasser, dem Rauschen von Wellen, dem Plätschern eines Baches, der Stille eines Waldes. Diese Momente der Freiheit und Einheit in der Natur versucht sie mit ihren Bildern einzufangen, wobei sie immer auf Motive zurückgreift, die sie selbst auf Reisen oder in ihrer Umgebung in Berlin gesehen und erlebt hat.
Ergänzt wird die Vernissage durch den Kurzfilm „Rock’n’Roll will never die?“ von Judie Reinert. Es ist ihr erster Feature Film, der gleichzeitig den Auftakt zu einer Miniserie bildet. Gibt es den wahren Rock’n’Roll noch? Ist er in unserer heutigen auf Selbstoptimierung ausgelegten Gesellschaft in Gefahr? Wird er noch gelebt? Wenn ja, vom wem? Diese Fragen wirft der Film auf. Eine Live Performance der Band „The Love Rockets“ die im Film mitspielen und einen Teil der Filmmusik beisteuern rundet den Abend ab.

Albrecht Bedal

Donnerstag, 01. Oktober 2026 08:25 Uhr | Alter: 4 Stunden | Dieser Artikel wurde 10 mal gelesen


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