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27.7.2017 - 0:40

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Gruft in der Klosterkirche

Bisher nahm man an daß die Gruft im Jahre 1701 neu erbaut wurde. Aber nachdem Herr Peter Zuttel aus der Schweiz weitere Schriften seines Vorfahrs Martin Zuttel zur Verfügung gestellt hat, ergibt sich ein anderes Bild.
Gleich zu Anfang des Jahres 1700 starb das 3 Monate alte Söhnlein des "Alten Herrn", des regierenden Grafen und Herrn zu Pappenheim Christian Ernst. Die Eltern waren sehr betrübt wegen ihres "Herrleins", besonders der Vater. Der Mesner Zuttel sah es mit eigenen Augen als man in der Stadtkirche die Grabstatt ausgesucht hat.
Zwei Tage vor Lichtmeß begaben sich die trauernden Eltern auf eine Reise nach Wald bei Gunzenhausen, in der Frauen Gräfin ihr Vaterland. Obwohl die Gräfin etwas un­päßlich war, reisten sie von dort nach Triesdorf in den fürstlichen Lustgarten des Markgrafen. Auf der Reise war es kalt und sie nahm eine "Glut" mit in die Kutsche. Darauf wurde ihr übel und hat sich "verderbt". So wurde sie schließlich krank nach Gunzenhausen zurückgebracht.  So lag die Landesmutter 14 Tage krank bei ihrer Mutter der Frau von Zocha und die Dienerschaft mußte ihr Essen und Trinken von Pappenheim nach Wald bringen, bis sie am Samrtag den 17. Febr. 1700 zu Nachts um 9 Uhr verschied.
Am Montag hat man 12 Bürger ohne Gewehr, in schwarze Kleider aber mit Degen, nach Gunzenhausen geschickt die tote Frau Gräfin heim zu holen. Die ganze Bürgerschaft mußte aufziehen. Die Trommeln waren schwarz überzogen und die Korporale und Tam­bours bekamen 4 Ellen Flor und alle in schwarzen Kleidern.
Martin Zuttel, der ja auch Tambour war,berichtet: da es 2 Uhr geschlagen, kam der Graf mit seinen Beamten. Wir standen bei Herrn Stadtvogt vor dem Haus,als er bei dem Kronenwirt ritt, fangte ich an meine Trommel zu rühren und als er uns sah, fan­get er an zu weinen.
Darauf die ganze Bürgerschaft naus in die Vorstadt, solang der Fuhrweg war, mar­schiert.  Es kam aber der Hafner Conrad und wir mußten nauf auf den Hals.  Die Fahne war aufgerollt und ein langer Flor war dran gehängt. Als der Leichenzugfbis zum Solenturm kommen, ließ ich anfangen zu Läuten. In der Stadtkirchen und Wtenkirchen, aber im Kloster war kein Seil an dem Glöcklein,  und alsdann läutet man so lang bis man sie in der Sakristei gesetzt hat.
Herr Sekretari Kettwig ritt vor Herrn Graf und führte den Marschallstab, darauf der schwarze Wagen, darauf die Gräfin geführt und dann die Bürger darneben. Ich rühret keine Trommel bei dem vorübermarschieren. Wir stunden auf dem Hals still, verkehrt mußten die Bürger das Gewehr präsentieren bis die "Leich" alle rein waren. Da mar­schierten wir herein, den Marsch zu schlagen. Aber ganz gemach und traurig.
Alsdann jeder Bürger 2 Maß Biepund l Kreuzer Brot gehabt, im weißen Bräuhaus.


Wir bedanken uns sehr herzlich bei Hans Navratil und der Evang. Kirchengemeinde Pappenheim für die Bereitstellung dieses Artikels.