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27.4.2017 - 22:43

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Geschichte – Geislohe

Geislohe, neben den drei weiteren Grafendörfern Osterdorf, Neudorf und Göhren, wurde von Marschall Heinrich V. von Pappenheim gegründet. Ein so genannter "Rodungsmeister" realisierte die Planung eines neuen Dorfes in einem weiträumigen Waldstück zwischen dem Bachlauf Schambach im Norden und der Altmühl im Süden.

Die erste urkundliche Erwähnung von Geislohe erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1416.

Die Grafendörfer sollten den Lehnherren, den Marschällen (ab 1828 Grafen) von Pappenheim zu neuen Einnahmen verhelfen. Der Zehnt war der 10. Teil der Ernte. Zusätzlich mussten "Frondienste", wie Mithilfe bei der Jagd oder beim Bau von gräflichen Gebäuden geleistet werden.

Die Dorfanlage, die sich um einen Anger fügt, war nach einem genauen Plan angelegt. Direkt an der Straße war das Gehöft mit Wohnung, Stall und Scheune, dahinter der Garten und anschließend das Feld. So hatte jedes Lehen eine genau abgrenzte Fläche mit Zugangsmöglichkeit zum Anger. Darauf befanden sich die "Hüll" als Wasserstelle und das Hirtenhaus.

Das Wechselspiel der Geschichte ging auch an Geislohe nicht spurlos vorüber. Besonders schwer getroffen hatten die Geisloher die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges

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Ort

Familien 1632

Familien 1633

Geislohe

23

1

Göhren

29

2

Neudorf

43

5

Osterdorf

17

0

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Bis 1660 waren alle Lehen wieder voll besetzt. Im Laufe der Jahrhunderte ergaben sich in der Sozialstruktur Veränderungen, die ihren Ausdruck auch in der Bebauung fanden. So genannte Sölden entstanden. In Geislohe sind sie erstmals 1474 nachweisbar. Sie waren landwirtschaftliche Kleingüter, deren Inhaber meist noch einen nicht landwirtschaftlichen Beruf ausübten.

Besonders in Geislohe hat sich schon bald ein reges Handwerk und später auch Gewerbe und Industrie angesiedelt. Im Gegensatz zu den anderen Grafendörfern ist unser Ort weniger landwirtschaftlich geprägt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die technischen Voraussetzungen für den Bau einer Wasserleitung geschaffen worden. Bereits zwischen 1840 und 1852 vollzog sich ein bedeutender Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Die in der Landwirtschaft Tätigen nehmen im Gegensatz zu den in einem Gewerbe Beschäftigten ab. Waren in den vier Grafendörfern 1840 noch 586 Personen in der Landwirtschaft tätig, waren es 1852 nur noch 367.  Bereits 120 Jahre später wird der Wandel in der Erwerbsstruktur durch die zwischen 1961 und 1970 statistisch fassbaren Änderungen deutlich. Die Zahl der Landwirte ging von insgesamt 370 auf 288 zurück, während die Zahl der im Verarbeitenden- und im Baugewerbe Tätigen mit 183 fast konstant blieb.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Mai 1978 die bislang selbstständige Gemeinde Geislohe  in die Stadt Pappenheim eingemeindet.

(nach: Friedrich Eigler; Pappenheimer Grafendörfer. Treuchtlingen 1998)

Im Jahr 1998 feierten wir das 700-jährige Gründungsfest der Grafendörfer

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700-jähriges Gründungsfest der Grafendörfer 1998
700-jähriges Gründungsfest der Grafendörfer 1998

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Quellennachweis

Literaturnachweis: "Pappenheimer Grafendörfer" von Dr. Dr. Friedrich Eigler, Weißenburg, erschienen im Walter E. Keller Verlag (Auszüge)