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17.8.2017 - 3:50

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6. Institutionen und Einrichtungen

6.1 NS - Bünde

Aufmarsch der SA in Pappenheim

In Pappenheim existierten wie in anderen Gemeinden des Reiches eine Vielzahl von Vereinigungen, die der NS-Staat zur Beeinflussung und „Erziehung“ zur Führertreue und Treue zum Vaterland benutzte. Der Bund  Deutscher Mädel (BDM)  war die Organisation innerhalb der Hitlerjugend (HJ), der für die 14 – 18jährigen Mädchen ab 1939 gesetzlich vorgeschriebene Pflicht war. Vordergründig hatte der BDM die Veranstaltungen von Heimabenden, Sportnachmittagen, Tagesfahrten,  Sportfesten und Kurzurlauben als Programm. Diese hatten zum Ziel, die Mädchen in ihrer Weltanschauung so zu prägen, dass sie als Erwachsene überzeugte Nationalsozialisten sein sollten.  

Der Leiter der HJ in Pappenheim war Herr L., er  war zuständig für das Pendant zum BDM, der HJ.

Die Jungen im Alter von 14 – 18 Jahren wurden durch Sportnachmittage, Schießen mit Luftgewehren, Basteln von Modellen (hauptsächlich die Flieger - HJ), aber auch durch kurze Skiurlaube unter Führung und Anleitung von Personen des Militärs auf eine Zukunft als Soldat vorbereitet. Die in den Augen der meisten männlichen Zeitzeugen als „Pfadfinder“ geschilderte Vereinigung der HJ hatte dennoch das Ziel, die Jungen in ihrer Denkweise und Weltanschauung zu prägen und zu beeinflussen.

Die Attraktivität solcher NS-Bünde für vor allem männliche Jugendliche erklärt sich aus zumeist praktischen Gründen. So konnte man bei der Motor HJ zum Beispiel seinen Führerschein machen, oder mit der HJ – wie bereits erwähnt – auch einmal Pappenheim für ein Wochenende verlassen.

Weitere NS-Bünde in Pappenheim waren z.B. der NS – Stahlhelmbund, der sich in Pappenheims jedoch lediglich auf das Singen von Kampfliedern und „große Reden“ beschränkte, die NS - Frauenschaft unter der Leitung von Frau K., die soziale Aufgaben übernahm und z.B. Uniformen wusch und flickte.

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6.2 SA,SS und NSKK

Gruppenfoto, wahrscheinlich Angehörige der Wehrmacht oder des NSKK, erkennbar ist der Reichsadler und das Hakenkreuz.

Die SA (Sturmabteilung) in Pappenheim umfasste nach Schätzungen ca. 50 -60 Mitglieder, eine genaue Zahl ließ sich allerdings nicht ermitteln. Die SA war die paramilitärische Vereinigung innerhalb der NSDAP, die am ehesten als Kampf- oder Schutztruppe zu bezeichnen wäre.

Belege dafür, dass die SS in Pappenheim vertreten war, gibt es nicht. Jedoch könnte man anhand eines Fotos im Bildteil der Facharbeit (es zeigt ein Foto von 91 Pappenheimern mit verschiedenen Uniformen) schließen, dass sieben Pappenheimer der SS angehörten.

Das NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) bezeichnet die motorisierten Einheiten, deren Aufgabe war z.B. das Abholen von verwundeten Soldaten vom Treuchtlinger Bahnhof. Das NSKK Trupp Pappenheim bestand aus 41 Mitgliedern, eine Auflistung der Namen, des Dienstgrades innerhalb des NSKK, des Dienstgrades im Heer sowie die jeweiligen Feldpost-Adressen ist im Anhang beigelegt.

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6.3 Die Rolle der Kirche

Betrachtet man die Rolle der Kirche im Dritten Reich, so ist es nötig zu differenzieren zwischen denjenigen Mitglieder der Kirche, die sich auf die Seite des NS-Regimes stellten und denjenigen, die Widerstand gegen das menschenverachtende Regime Hitlers leisteten.

In Pappenheim war es vor allem der Bergpfarrer Erhard Frech des sich durch Mut und gesunden Menschenverstand auszeichnete, seine Kritik am zunehmenden Einfluss des NS-Staates in die Bereiche der Kirche brachte ihm in Pappenheim großen Ärger ein.

In Gottesdiensten prangerte er öffentliche den zunehmenden Einfluss der Nationalsozialisten auf die Kirche an, das Verbot des Religionsunterrichts und das Verbot, dass Bibelstunden nicht mehr in öffentlichen Gebäuden stattfinden durften, sowie weitere Schikanen durch z.B. den Leiter der HJ, konnte der Pfarrer nicht auf sich ruhen lassen. So griff er bei einer Beerdigung den HJ - Leiter öffentlich an, da dieser eine „Jungvolkstunde“ bei einem Beisetzungstermin ansetzte, so dass nur wenige Kinder bei dem Grabgesang teilnehmen konnten.

Erhard Frech nahm 1940 eine Stelle in Nürnberg an. Ob er dies freiwillig tat, oder auf Druck der Kirche, bleibt ungeklärt. 1942 wurde er eingezogen und gelangte nach seiner Gefangennahme und einem „Elendsmarsch“ in ein Lager in Rumänien. Er starb am 5.5.1945. Sein Name und seine Tätigkeit sind  auf dem Gedenkstein des Pappenheimer Friedhofs (innerhalb der Stadt) eingraviert

Anzumerken sei vielleicht noch, dass zwei Kirchenglocken der evangelischen Kirche im Jahr 1942 abgeben wurden, jeweils mit einem Gewicht von 1079 kg und 211 kg, sie wurden in Hamburg eingeschmolzen, das Material wurde später wahrscheinlich in der Rüstungsindustrie verwendet .

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